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Rebel. Vom Elektriker in Deutschland zum ukrainischen Soldaten

Er kam, um Zivilisten zu helfen. Dann beschloss er zu kämpfen

 

 

Für den deutschen Freiwilligen Rebel begann der Weg in die Ukraine nicht mit militärischer Erfahrung, sondern mit Gesprächen. Nachdem er in Deutschland mit Ukrainern zusammengearbeitet und später ukrainischen Schülern Englisch und Deutsch unterrichtet hatte, erfuhr er aus erster Hand vom Krieg und davon, wie er das Leben der Menschen verändert hatte. Zunächst kam er, um Zivilisten zu helfen, doch ihre Geschichten überzeugten ihn schließlich, eine unmittelbarere Rolle zu übernehmen.

 

 

Heute dient Rebel in den Streitkräften der Ukraine und ist einer Drohneneinheit beigetreten, wo seine Erfahrung als Mechaniker und Elektriker eine neue Aufgabe gefunden hat. Er erzählt von den anfänglichen Sorgen seiner Familie, von der Ausbildung, die ihn stärker und disziplinierter gemacht hat, von seinen Plänen, seinen Dienst zu verlängern, und davon, warum Deutschland seiner Meinung nach mehr zur Unterstützung der Ukraine tun sollte.

 

 

 

Ankunft in der Ukraine

 

 

Rebels Eltern und weitere Verwandte leben in Deutschland. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Anfangs war seine Familie gegen seine Entscheidung, in die Ukraine zu kommen. Nach vielen Gesprächen und Erklärungen darüber, warum er hier ist und was er tut, akzeptierte sie seine Entscheidung schließlich.

 

 

Zu seiner Entscheidung, in die Ukraine zu kommen, trugen auch ukrainische Kollegen bei, mit denen er in Deutschland in einem Elektroinstallationsunternehmen gearbeitet hatte:

 

 

„Sie haben mir viel über das Land, die Probleme und den Krieg erzählt, und ich wollte den Menschen helfen.“

 

 

Der Deutsche hatte zuvor keinerlei militärische Erfahrung. Als er zum ersten Mal in die Ukraine kam, wollte er Zivilisten helfen und nicht Soldat werden. Er arbeitete an einer Schule, wo er Englisch und Deutsch für Schüler unterrichtete, die zum Studium nach Deutschland gehen wollten:

 

 

„Damals hatte ich viel Kontakt mit den Zivilisten hier und hörte ihre Geschichten. Schließlich wollte ich für sie einstehen und für sie kämpfen.“

 

 

 

Ausbildung und Vorbereitung

 

 

Für Rebel war die militärische Ausbildung nicht nur wichtig, um seine körperliche Fitness zu verbessern, sondern auch, um seine mentale Stärke zu entwickeln:

 

 

„Für mich besteht der Nutzen darin, körperlich fit sowie körperlich und mental stärker zu sein. Es ist eine gute Ausbildung, die uns Soldaten auf die Front und den Kampf vorbereitet.“

 

 

Er ist der Meinung, dass diejenigen, die planen, in die Ukraine zu kommen, nicht unbedingt eine umfangreiche militärische Vorbereitung benötigen:

 

 

„Man braucht nicht viel, um hierherzukommen. Das Wichtigste ist, zumindest über ein grundlegendes Maß an körperlicher Fitness zu verfügen.“

 

 

 

Wie der Krieg ihn verändert hat

 

 

Die Zeit, die Rebel auf den Schlachtfeldern des russisch-ukrainischen Krieges verbracht hat, hat ihn bereits körperlich wie auch moralisch verändert. Er sagt, dass er eine echte Verbundenheit mit dem Soldatenleben entwickelt hat:

 

 

„Ich bin disziplinierter. Ich bin körperlich und mental stärker, und ich bin gerne Soldat.“

 

 

 

Pläne für die Zukunft

 

 

Der Freiwillige erwägt, seinen Dienst nach Ablauf seines derzeitigen Vertrags zu verlängern. Obwohl er in der Ukraine bleiben möchte, plant er auch, von Zeit zu Zeit nach Deutschland zurückzukehren, um Zeit mit seiner Familie zu verbringen:

 

 

„Und ich bleibe gerne hier. Manchmal werde ich mit meiner Familie nach Deutschland zurückkehren, aber ich bleibe gerne hier.“

 

 

 

Eine Botschaft an die Deutschen

 

 

Nachdem Rebel so viel für die Ukraine und die Freiheit Europas geopfert hat, richtet er eine Botschaft an seine Landsleute in Deutschland:

 

 

„Ihr solltet die Ukraine stärker unterstützen. Militärisch, mit Waffen, aber auch finanziell.“

 

 

 

Eine Botschaft an den Feind

 

 

Auf die Frage, was er einem Feind sagen würde, der dieses Interview möglicherweise sieht, bleibt der Deutsche kurz und selbstbewusst:

 

 

„Eine Botschaft an meinen Feind? Was soll ich sagen? Bis bald. An der Front.“

 

 

 

Text: Dmytro Tolkachov


Interview: Yevhen Maliyenko


Video: Oleksandr Los


Schnitt: Oleksandr Bekker